Anknüpfen und Weiterspinnen – eine künstlerische Intervention von Dorothea Rosenstock und Franziska Stiegholzer

Der Kultursteg wird vielseitig bespielt, auch mit bildender Kunst.

Unser Anliegen ist es, Kunst im öffentlichen Raum entstehen zu lassen und eine Plattform für Auseinandersetzungen mit Kunst im Jetzt zu schaffen. Dabei wollen wir Interessierte einladen mitzutun, Hand anzulegen und gemeinschaftlich mit Material ein Werk zu schaffen. Mit Offenheit und Neugier wollen wir uns von Material, Umgebung und teilnehmenden Menschen überraschen lassen, zum Beispiel wie eine Installation am und um den Kultursteg herum wächst. Vielleicht lernen wir eine alte textile Technik, oder entdecken ein für uns neues Material. Schliesslich erarbeiten wir ein gemeinsames Kunstwerk daraus.

Mehrere gemeinsame Ausstellungen, viele Übereinstimmungen im künstlerischen Ansatz und jahrelange Zusammenarbeit verbinden die beiden Künstlerinnen. Dabei ist zunächst die Wahl des Materials Ausgangspunkt und Inspiration. Beim Impulstag in der Artenne Nenzing im August 2020 waren es alte Fensterdichtungen in Holzfarbe, die sich in die Räumlichkeiten der Artenne, wie auch in die aktuelle Ausstellung bestens eingefügt haben. Diese wurden während des ganzen Tages, von Theater-, Musikinterventionen und Gesprächen mit Besucherinnen begleitet, zu einer Installation verknüpft.

„Dussa“ auf dem Steg oberhalb von Nenzing, mit weiter Aussicht über den Walgau findet das „dinna/dussa Festival“ statt. Hier wollen wir uns auch aus der umgebenden Natur „vo dussa“ Material und Inspiration holen. Material von „dinna“ bringen wir mit. Es sind dies Lochkarten in Papierrollen aus dem Atelierfundus von Dorothea Rosenstock, die ursprünglich zur Steuerung von Stickereimaschinen verwendet wurden. Heute sind es funktionslose Datenträger, die nicht mehr gelesen werden können. Sie erzählen von Vergangenheit und Tradition der Stickerei in Vorarlberg, von fast vergessenem textilen Wissen und Handwerk. Dort knüpfen wir an und spinnen in Gedanken die Fäden weiter.

Im August während des Festivalsamstags (von ca. 11 bis 17 Uhr) wird unter Anleitung der beiden Künstlerinnen eine Installation am Steg entstehen. Es sind alle herzlich eingeladen mitzumachen. Während auch andere Programmpunkte stattfinden ist es möglich sich jederzeit ein- und wieder auszuklinken.

Das Verbinden von mitgebrachtem Material und Fundstücken aus der Natur lässt eine flächenbildende Wand entstehen, vielleicht auch einen Sonnenschutz, aber in erster Linie eine Installation zusammen mit der Steg-Konstruktion. Diese Skulptur kann am Ende bleibt während der gesamten Laufzeit des Kultursteg-Festivals, und wird bei Bedarf erweitert.